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Open-Source CMDB
IT-Dokumentation mit System

Die Notwendigkeiten für einen strukturierten, prozessorientierten Betrieb von IT sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Immer komplexere Infrastrukturen, gesetzliche Vorschriften, Auflagen und wirtschaftliche Aspekte bedingen die Sicherstellung eines anforderungsgerechten IT-Betriebes. Viele Unternehmen beschäftigen sich dabei mit den Fragen, welche methodischen Ansätze hierzu für ihre eigene Umgebung geeignet sind. Die Forderung nach einer umfassenden, einfach zu pflegenden Dokumentation steht dabei zentral im Raum. Organisationen wie die OGC haben sich bereits vor Jahren mit den ITIL-Richtlinien dieser Thematik angenommen und geben dazu einen Leitfaden im Sinne von �Best Practices�; wir haben dazu eine frei verfügbare Plattform geschaffen:

i-doit steht für �Ich dokumentiere IT�. Gerne genommen wird auch das aus dem Englischen übersetzte �Ich tue es�. Was wiederrum zu den �I did it�-T-Shirts führen kann, die man schon mal nach einem Bungee-Sprung als Erinnerung erhält. Da kann beruhigt werden, i-doit ist in dieser Hinsicht ganz harmlos. Vergleichbar wird aber das Gefühl sein, dass man nach seinem �Einsatz� hat. In diesem Sinn:

Intelligente Dokumentation zu ermöglichen ist das Ziel des Produkts. Den Mitarbeitern einer IT-Abteilung eine Plattform zu geben, mit der eine verknüpfte Dokumentation der relevanten IT-Komponenten ermöglicht wird. Eine effektive Bestandsaufnahme bereitet dabei den Weg zu einer genauen Übersicht über die IT-Infrastruktur. Damit werden tägliche Verwaltung und strategische Planung einer IT-Umgebung wesentlich vereinfacht.

Der modulare Aufbau des Programms erlaubt die einfache Erweiterung oder Anbindung von weiteren Komponenten und Daten und ermöglicht die Interaktion mit diesen. So ist innerhalb von
i-doit z.B. ein Workflow-Modul enthalten, das Arbeitsaufträge oder Checklisten verwaltet und statusbasierte Benachrichtigungen ermöglicht.

Features im Überblick

  • Umfassende, in der Detailtiefe anpassbare Dokumentationslösung für den IT-Betrieb.

  • Schlüssige Verknüpfung von Verbindungsdaten (Strom-, Daten-, Speichernetze, u.a.).

  • Historische Dokumentation von Änderungen, Archivierungsfunktion.

  • Definition von Abhängigkeiten.

  • Dokumente wie Wartungsverträge, Notfallpläne, Handbücher, Treiber oder Konfigurationsdateien können integriert und Objekten zugewiesen werden.

  • Personalisierte Arbeitsaufträge und Checklisten können über ein erweiterbares Workflow-Modul verwaltet werden.

  • Benutzerabhängige Darstellung von Objekten und Aufgaben.

  • Integrierte Benutzer-, Kontakt- und Rechteverwaltung.

  • i-doit ist frei verfügbar und steht unter einer Open Source-Lizenz.

  • Zugriff ist mit jedem marktüblichen Webbrowser möglich.

  • Modularer Aufbau und definierte Schnittstellen (XML) bieten eine einfache, auch individuelle Erweiterung der Funktionalitäten und die Einbindung zusätzlicher Module, bestehender Daten oder Anwendungen.

  • i-doit setzt auf bewährte, offene Standards (LAMP: Linux � Apache � MySQL � PHP).


Hintergrund

ITIL, ITSM, BS15000, ISO20000 � oft zitiert in den vergangenen Jahren und in der Darstellung doch eher abstrakt gehalten. Dabei dreht sich alles um die Frage, wie eine IT-Umgebung verwaltet und betrieben werden sollte, um einen anforderungsgerechten und wirtschaftlichen Betrieb der benötigten Anwendungen und Dienste zu gewährleisten.

Man muss es an dieser Stelle nicht überstrapazieren, aber die Informations- und Kommunikations-Technologie (IuK) entwickelt sich immer mehr zu einem zentralen Element der Arbeitsfähigkeit in Unternehmen. In vielen Branchen und Unternehmen hat sie diesen Stellenwert längst erreicht. Es kommt also nicht von ungefähr, wenn zunehmend über Lösungen diskutiert wird, mit welchen Maßnahmen ein anforderungsgerechter Betrieb sichergestellt werden kann. DieIT Infrastructure Library(ITIL) hat sich dabei als Synonym für eine Vielzahl von Prozessen zu dieser Frage etabliert.

Wie ein "anforderungsgerechter Betrieb" im Einzelfall definiert wird, ist Sache des Betreibers. Dabei können Kosten-, Prozess- oder Leistungsfragen im Vordergrund der Überlegungen stehen. Im Idealfall erzielt man mit der Umsetzung geeigneter Maßnahmen Verbesserungen in allen drei Bereichen, oft wird aber auch mit Kanonen auf Spatzen geschossen und der Aufwand für die Verwaltung erschlägt den Nutzen.

ITIL hatte seine Geburtsstunde in den achtziger Jahren, als die damalige britische Regierung unter Maggie Thatcher feststellte, dass IT und deren Betrieb viel Geld verschlang. Gleichzeitig sah man aber das enorme Potential dieser relativ jungen Technologie. Anstatt also zu kürzen, beauftragte man eine Regierungsstelle (damals CCTA, Central Computer and Telecommunications Agency; heute: OGC, Office of Government Commerce) mit der Entwicklung und Definition von Maßnahmen und Prozessen, mit denen ein wirtschaftlicher und gesicherter Betrieb von IT gewährleistet werden konnte.

Nach einigen Wirren erblickte dann ITIL das Licht der Welt, eine Sammlung von Leitfäden zur Prozessoptimierung im Umgang mit dem IT-Betrieb. In den Folgejahren hat sich ITIL, zunächst als regierungsinternes Instrument geplant, überraschend stark auch in der privaten Wirtschaft durchgesetzt. In diesem Zusammenhang wurde auch das ITSMF gegründet, ein großes, internationales Forum von Anwendern zum Austausch in SachenIT Service Management(ITSM). Zwischenzeitlich diente ITIL als Basis für einen britischen Standard (BS15000) und daraus abgeleitet entwickelte sich die ISO20000. Aktuell liegen die ITIL-Leitfäden in der dritten Fassung (v3) vor.

Die Notwendigkeiten für einen strukturierten, prozessorientierten Betrieb sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Zum einen bedingt durch immer komplexere Infrastrukturen und der Anforderung, diese im Sinne von Servicevereinbarungen verfügbar zu halten, zum anderen durch gesetzliche Vorschriften oder Auflagen aus dem Versicherungs- oder Finanzwesen. Ganz zu schweigen von wirtschaftlichen Zwängen, geforderte Leistungen mit minimal möglichem Einsatz zu liefern.

Was aber beschreibt ITIL nun genau? ITIL liefert mit seinen Leitfäden sogenannte Disziplinen, die es für eine umfängliche Umsetzung zu erfüllen gilt. Eine grundlegende Unterscheidung findet hier zwischenService SupportundService Deliverystatt. Dabei haben Disziplinen aus demService Supporteher operativen, dieDelivery-Disziplinen dagegen eher strategischen Charakter.

Eine Sonderstellung nimmt dasConfiguration Managementals Disziplin imService Supportein. In der praktischen Umsetzung stellt dasConfiguration Managementdie Informationsbasis bereit, auf die nahezu alle weiteren Prozesse zugreifen. Eine entsprechende Datenbank heißt dann auch CMDB (Configuration Management Data Base) und enthält Informationen zu eingesetzter Hardware, Software, Dokumentationen, Prozessen und Prozeduren und stellt diese mit logischen Verknüpfungen zur Verfügung. Eine Art intelligente Dokumentation der IT-Umgebung, die weit über eine reine Inventarisierungs- oder Asset-Lösung hinaus geht.

Funktionen

Und genau das ist es, was i-doit liefert. Eine in weiten Teilen anpassungsfähige Datenbank, verbunden mit einem leistungsstarken, modularen Frontend für die Anzeige und Bearbeitung der Dokumentations-Daten. Neben den logischen Verknüpfungen innerhalb der Anwendung (z.B. Zuordnung eines Wartungsvertrages zu einem System) ermöglicht i-doit die Dokumentation von Verbindungen aller Art. So können z.B. Strom-, Speicher- oder Datennetze in einer exakten Repräsentation abgebildet werden.

Darüber hinaus können indirekte Abhängigkeiten definiert werden. So ist eine Anwendung nicht nur von einem Server auf dem sie läuft abhängig, sondern vielleicht auch von der Verfügbarkeit eines Routers, da das Programm von dahinter sitzenden Anwendern genutzt wird. Diese Informationen sind für verschiedene Anwendungszwecke interessant. Zum einen können Simulationen entwickelt werden, die der Frage nachgehen, �was passiert, wenn��. Zum anderen können diese Daten als Grundlage für Monitoring-Systeme genutzt werden (z.B. nagios), die hierarchische Strukturen unterstützen.

Überhaupt stellt das �Spielen� mit den Daten den spannenden Teil im Umgang mit der Software dar. So erlaubt z.B. die Erfassung von Stromverbauch und Wärmelast die Berechnung von notwendigen Kapazitäten bei Strom und Klimatisierung. Die standortbezogene Zuordnung von Objekten erlaubt über ein Add-On die visualisierte, dynamische Ansicht von Räumen und Datenschränken inklusive deren Inhalte und kumulierte Werte zu Platzbedarf, Stromleistung und Wärmelast. Terminlich relevante Daten (z.B. Ablaufdatum eines Wartungsvertrags) können mit einer automatischen Benachrichtigung versehen werden.

Wo wir gerade davon sprechen: Ein weiterer Teil der i-doit Umgebung ist das Workflow-Modul, welches mit der CMDB interagiert, Zuordnungen erlaubt und ein statusbasierendes Benachrichtigungssystem enthält. Damit können Arbeitsaufträge oder Routinearbeiten (Checklisten) im Rahmen des IT-Betriebs innerhalb von i-doit verwaltet werden. Das zugrunde liegende Workflow-Modul ist darüber hinaus durch Vorlagen erweiterbar und kann letztendlich beliebige Prozesse abbilden.

Ausblick

Die Kernentwicklung der CMDB in i-doit findet mit der Version 1.0 einen vorläufigen Abschluss. Restarbeiten enthalten Anpassungen an die neue v3 der ITIL-Leitfäden und eine Erweiterung des bestehenden Rechtesystems. Hier wird wahrscheinlich ein weitergehendes Rollenmodell etabliert, welches sich nach Möglichkeit auf Standorte, Objekttypen und Kategorien auswirken kann. Die endgültige Festlegung wird aber an anderer Stelle (Wiki) dokumentiert.

Einen weiteren Schwerpunkt wird der verstärkte Einsatz von AJAX-Technologien bei der Gestaltung der Oberfläche, der Bereitstellung von Funktionen und einfachen Eingabemasken bilden.

Parallel dazu arbeiten neben den Entwicklern von synetics auch andere Menschen an Erweiterungen und Ergänzungen für i-doit. So ist z.B. ein Reportgenerator in Arbeit, der Auswertungen und konsolidierte Abfragen der i-doit Daten ermöglicht.

Es existiert der nahezu fertige Prototyp eines syslog-Moduls, welches Statusmeldungen von einer syslog-Instanz entgegen nimmt und in das Logbuch des betroffenen Objekts in i-doit einträgt. Hier ist eine optionale Benachrichtigungsfunktion geplant.

Auch das Modul zur dynamischen Visualisierung von Räumen und Racks hat das Labor verlassen und kann von interessierten Testern angefordert werden.

Die Festlegung der Schnittstelle zu nagios ist erfolgt. i-doit wird die für nagios relevanten Daten anhand der dokumentierten Adressen, Verbindungen und Abhängigkeiten in Form von direkt einsatzbaren Konfigurationsdateien exportieren. Aus der anderen Richtung werden Statusmeldungen von nagios gesammelt und � vergleichbar zum syslog-Mechanismus � in das Logbuch des betreffenden Objekts in der i-doit CMDB eingetragen. Parallel dazu können Ampelsymbole an den Objektdarstellungen den aktuellen Status darstellen.

Im Gespräch ist die Entwicklung eines Simulationsmodells. Durch die Dokumentation der Verknüpfungen und die darüber hinaus definierbaren Abhängigkeiten können Auswirkungen von Schäden simuliert werden. Das erlaubt die Entwicklung von Szenarien, die dann als Basis für eine Notfallplanung dienen können. Deren Inhalte können dann wiederrum in i-doit verwaltet werden und liefern bei einem realen Ausfall mit Hilfe einer Simulation die richtigen Schritte zur Behebung in der notwendigen Reihenfolge.

Aktuelles
Kategorie: Releases Neue Version 0.9.5
[Eintrag vom Mittwoch, dem 28. Januar 2009 // 289 Wörter]
Es ist wieder soweit. Wir freuen uns unser neues Release der Version 0.9.5 verkünden zu können. :-)

Zu finden ist dieses (Update und Neu-Installation) wie immer unter Downloads.

Folgende Änderungen und Erweiterungen sind seit der letzten Version enthalten:

[Task] - Purging of obsolete code
[Enhancement] - Monetary field (EUR, DOLLAR, ..) = "ISY_NULL" in licence overview
[Enhancement] - Same SYS-ID"s for multiple objects are no more possible; Config constant in src/constants.inc.php added
[Enhancement] - Logbook description of failed overview savings now show error info about what category had problems
[Enhancement] - List of assigned objects in object-types "Service, Application and Operating System
[Enhancement] - New quicklaunch menu in welcome screen
[Enhancement] - Changed object browser refreshing to ajax load
[Enhancement] - NAGIOS Export (BETA)
[Fixed] - Port browser - duplicate objects display fix
[Fixed] - Maintenance -> Assigned objects does not work
[Fixed] - Contact browser does not move newly selected persons into the parent input field
[Fixed] - Removed image title from object image
[Fixed] - Internet Explorer CSS problems
[Fixed] - Logbook category not correctly displayed in category overview
[Fixed] - Object selection in object browser does not work always
[Fixed] - Function to directly select pages in lists instead of just forward/backward
[Fixed] - Selecting a port connection does not work (in Network- and FC-Ports)
[Fixed] - Swap master with slave objects in dependency table
[Fixed] - Object positioning in category location is not correctly displayed in rack-view
[Fixed] - Filter string should still be setted when jumping back to the list
[Fixed] - Category model is not saved when creating an item in the overview category
[Fixed] - Creating a FC-Port does not work
[Fixed] - Multiselection in contact browser
[Fixed] - Adding more than one contacts adds one empty contact; Group selection also possible now
[Fixed] - Monthly workflows generate daily tasks
[Fixed] - Full RAID calculation in storage category